Kleine Experten fordern große Taten auf der ersten Kinder Umweltkonferenz von Sea Life
Dienstag, 24. Juni 2008 um 01:00
Acht Kinder aus ganz Deutschland reden mit: Sie diskutierten Sonntag auf der großen Umweltkonferenz über die Zukunft der Weltmeere. Vor einer Jury aus Experten und Journalisten stellten sie ihre persönlichen Wünsche für eine bessere Zukunft der Ozeane vor. Am Ende der Tagung die Entscheidung: Im kommenden Jahr wird das Thema Walschutz Inhalt der bundesweiten Sea Life Umweltkampagne.
Die Augen werden immer größer, die Hände sind schon seit Minuten kalt, der Puls wird schneller und die Aufregung steigt. Michele Bode (10) aus Berlin bespricht mit seinem Bruder, dem Biologen Thomas Bode, letzte Details. Jetzt ist sein großer Moment gekommen, er trägt die Präsentation vor. Micheles Wunsch für die Zukunft der Weltmeere: Meeresschildkröten vor dem Aussterben bewahren. „Ich wünsche mir, dass die Meeresschildkröten mehr Beachtung finden und ihr Lebensraum geschützt wird“, so der 10-Jährige, der einen beeindruckenden Vortrag gehalten hat.
„Wir wollen zusammen mit der nächsten Generation die Zukunft der Ozeane positiv verändern. Das können wir aber nur machen, wenn wir wissen, wo Kinder Handlungsbedarf sehen. Genau das haben wir mit dieser Konferenz herausgefunden“, erklärt Carsten Köhler, Jury-Mitglied und Manager vom AquaDom & Sea Life Berlin. „Der Zustand der Meere wird sich nur dann verbessern, wenn wir Menschen mit der Umwelt anders umgehen und an unsere Visionen einer besseren Welt glauben. Kinder tun das und spielen daher eine ganz wichtige Rolle auch in der Arbeit des WDCS“, so Nicolas Entrup, Geschäftsführer der WDCS Deutschland.
Bereits im Januar haben die Sea Life Großaquarien Kinder aufgerufen, ihre Forderungen und Wünsche für die Ozeane an die Sea Life Standorte einzusenden. Insgesamt erreichten die Großaquarien über 160 Zuschriften. Jeder Standort hat eine Idee ausgewählt und die Kinder haben zusammen mit den Biologen eine professionelle Präsentation erarbeitet. Seit Wochen war Michele regelmäßig im Sea Life Berlin.
Obwohl Michele sein Anliegen überzeugend und mit starken Argumenten darstellen konnte, hat sich die Jury letztendlich doch für Martin Müller aus Speyer entschieden. Sein Wunsch, die Errichtung von Schutzzonen für Wale, wird im nächsten Jahr Thema der Umweltkampagne aller deutschen Sea Life Aquarien. Auch die anderen sechs Kinder hatten wichtige Forderungen: Sie setzten sich zum Beispiel gegen die globale Erwärmung, für den Erhalt der Mangrovenwälder oder für den Schutz der Korallenriffe ein. Die Jury bestand aus: Annika Winter von der Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS, Victoria Schwalb, Redakteurin von „Ein Herz für Tiere“, „Tauchen“-Redakteurin Jasmin Jaerisch und Carsten Köhler vom AquaDom & Sea Life Berlin. „Alle Kinder haben viel Mut bewiesen, sich vor der Jury und dem Publikum für ihre Wünsche einzusetzen. Ich hoffe, dieser Konferenz werden Taten folgen“, so Victoria Schwalb.